Minecraft Offline Mode sicher mit AuthMe einrichten

Wenn du Spielern ohne verifizierten Minecraft-Java-Account bewusst Zugang geben willst, stellst du den Server auf online-mode=false und schützt jede Spieleridentität zusätzlich mit AuthMe Reloaded. Die Reihenfolge ist entscheidend: Backup und AuthMe zuerst, Offline Mode zuletzt. Gib den Server erst für andere frei, wenn Registrierung, Anmeldung, Whitelist und Rechte vollständig getestet sind.
AuthMe senkt das Risiko, dass jemand einfach unter einem fremden Namen spielt. Es ersetzt die Microsoft/Mojang-Prüfung des Online Mode jedoch nicht vollständig.
Du willst eigentlich nur einen Anmeldefehler beheben? Dann lass
online-mode=trueaktiv und folge zuerst der Anleitung zu „Failed to verify username“ und einer sicheren Lösung. Offline Mode sollte dafür nicht der erste Reparaturversuch sein.
Was sich mit online-mode=false ändert
Mit online-mode=true prüft der Server beim Beitritt, ob der Spielername zu einem gültigen Minecraft-Java-Account gehört. Das ist für öffentliche Server der sichere Standard.
Mit dieser Einstellung deaktivierst du die Prüfung:
online-mode=false
Danach kann sich grundsätzlich jeder mit einem frei gewählten Namen verbinden. Erst AuthMe fordert zusätzlich ein serverinternes Passwort an. Eine Whitelist begrenzt zwar die zugelassenen Namen, bestätigt aber ebenfalls nicht, wem ein Name tatsächlich gehört.
Der Wechsel kann außerdem die UUID eines Spielers verändern. Inventare, Positionen, OP-Einträge, Whitelist-Daten und Berechtigungen können dadurch einem anderen Profil zugeordnet sein oder scheinbar fehlen. Lösche die alten Daten nicht; plane den Wechsel mit einem Testspieler und einer vollständigen Sicherung.
1. Server sichern und Zugang begrenzen
Erstelle vor jeder Änderung ein Backup des gesamten Servers. Dazu gehören mindestens:
- Welten und
playerdata, server.properties,ops.json,whitelist.jsonund Sperrlisten,- der komplette Ordner
plugins, - AuthMe-Daten sowie die Daten deines Berechtigungssystems.
Stoppe den Server anschließend sauber. Lass die Whitelist während der Einrichtung aktiv und gib den Server noch nicht öffentlich frei. Prüfe außerdem, ob dein Server Paper, Spigot oder eine andere mit der gewählten AuthMe-Version kompatible Plugin-Plattform verwendet; auf einem unveränderten Vanilla-Server lässt sich AuthMe nicht als Plugin installieren.
2. AuthMe vor dem Offline Mode installieren
Bereite AuthMe Reloaded vor, solange online-mode=true noch aktiv ist:
- Lade eine AuthMe-Version, die zu deiner Minecraft-, Server- und Java-Version passt.
- Lege die JAR-Datei im Ordner
pluginsab. - Starte den Server einmal mit weiterhin aktivem Online Mode.
- Prüfe im Serverprotokoll, ob AuthMe ohne Fehler geladen wurde.
- Kontrolliere, ob der Plugin-Ordner mit der generierten
config.ymlvorhanden ist. - Stoppe den Server wieder, bevor du die Konfiguration und
server.propertiesänderst.
So vermeidest du ein Zeitfenster, in dem Offline Mode bereits aktiv ist, der zusätzliche Login-Schutz aber noch nicht funktioniert.
3. AuthMe restriktiv konfigurieren
Prüfe die von deiner installierten Version erzeugte config.yml; Namen und Positionen einzelner Optionen können sich zwischen Versionen ändern. Nicht angemeldete Spieler sollten weder die Welt benutzen noch privilegierte Aktionen ausführen können. Kontrolliere insbesondere, dass vor der Anmeldung:
- Bewegung und Weltinteraktionen eingeschränkt sind,
- Chat und normale Befehle blockiert bleiben,
- Inventar und Gegenstände geschützt sind,
- nur notwendige Authentifizierungs- und Wiederherstellungsbefehle erlaubt sind.
Lege eine angemessene Mindestlänge für Passwörter und, falls benötigt, Begrenzungen für Registrierungen pro IP fest. Admins sollten ein starkes, nur für diesen Server verwendetes AuthMe-Passwort wählen und niemals ihr Microsoft-Passwort wiederverwenden. Automatische Anmeldung, Sitzungsfunktionen oder Ausnahmen für bestimmte Spieler solltest du nur aktivieren, wenn du ihre Folgen verstanden und separat getestet hast.
Standardmäßig registriert sich ein Spieler mit:
/register <Passwort> <Passwort wiederholen>
Bei späteren Besuchen meldet er sich an mit:
/login <Passwort>
Teste die tatsächlichen Befehle und Berechtigungen deiner installierten AuthMe-Version, bevor du Spielern Anweisungen gibst.
4. Offline Mode erst jetzt aktivieren
Stoppe den Server und ändere in server.properties nur die dafür vorgesehene Zeile:
online-mode=false
Starte den Server anschließend neu und beobachte das Protokoll. Eine Warnung zum Offline beziehungsweise unsicheren Modus ist zu erwarten. Wenn AuthMe nicht geladen wird, eine Abhängigkeit fehlt oder Fehler ausgibt, stoppe den Server sofort wieder und setze online-mode=true, bis die Ursache behoben ist.
Auf Mineando bearbeitest du server.properties und den Plugin-Ordner über die Server-Dateien. Erstelle zuerst das Backup, stoppe den Server vor den Änderungen und führe den Neustart erst aus, wenn AuthMe und die Zugangsbeschränkungen vorbereitet sind.
5. Whitelist, OP und Berechtigungen prüfen
Für einen privaten Server aktivierst du die Whitelist am besten über die Serverkonsole:
whitelist on
whitelist add Spielername
Baue nicht allein auf die Whitelist: Im Offline Mode kann ein Angreifer einen erlaubten Namen wählen. Das AuthMe-Passwort bleibt die eigentliche zweite Zugangshürde.
Entferne nicht benötigte OP-Rechte vor dem Wechsel. Vergib administrative Rechte erst, nachdem der betreffende Spieler registriert ist und du bestätigt hast, dass vor dem Login keine Befehle, Inventare oder Berechtigungen nutzbar sind. Für abgestufte Rechte ist ein Berechtigungssystem mit möglichst kleinen Rollen sicherer als pauschales OP.
Prüfe nach dem UUID-Wechsel jeden wichtigen Spieler einzeln. Übernimm Inventare oder Berechtigungen nur aus deinem Backup und erst nachdem du altes und neues Profil eindeutig zugeordnet hast.
Sonderfall: BungeeCord oder Velocity
Bei einem Backend hinter BungeeCord oder Velocity ist online-mode=false häufig Teil der Proxy-Konfiguration. Das ist nicht dasselbe wie ein frei erreichbarer Non-Premium-Einzelserver, deshalb solltest du die Einstellung nicht isoliert aus dieser Anleitung übernehmen.
Konfiguriere die Spielerweiterleitung und gegebenenfalls das Proxy-Geheimnis passend zu deiner Paper- und Proxy-Version. Sperre den Backend-Port per Firewall oder Netzwerkregeln so, dass Spieler ausschließlich über den Proxy verbinden können. Ist das Backend direkt erreichbar, kann jemand die Prüfung des Proxys umgehen und einen beliebigen Namen verwenden.
Lege außerdem eindeutig fest, auf welcher Ebene AuthMe die Anmeldung erzwingt, und teste jeden erreichbaren Einstiegspunkt. Ein ungeschützter Lobby- oder Backend-Server reicht aus, um das Sicherheitsmodell zu umgehen.
6. Einrichtung vollständig testen
Nutze zuerst einen neuen Testnamen und arbeite diese Punkte ab:
- AuthMe wird beim Start ohne Fehler aktiviert.
- Vor der Registrierung sind Bewegung, Chat, Inventar, Weltinteraktionen und nicht erlaubte Befehle gesperrt.
/registerfunktioniert; nach einem erneuten Verbinden wird/loginverlangt.- Ein zweiter, gleichzeitiger Verbindungsversuch mit demselben Namen übernimmt keine bestehende AuthMe-Sitzung und erhält vor dem Login keine Rechte.
- Ein Versuch mit dem Namen eines Admins und einem falschen Passwort gewährt weder Zugriff noch Rechte.
- Ein nicht eingetragener Name wird von der Whitelist abgewiesen.
- Nach erfolgreichem Login stimmen Inventar und Berechtigungen mit dem vorgesehenen Offline-Profil überein.
- Nach einem vollständigen Neustart funktioniert die Anmeldung weiterhin.
- Bei einem Proxy ist der Backend-Port von außen nicht direkt erreichbar.
Kontrolliere danach das Serverprotokoll erneut und bewahre das Backup auf. Erst wenn alle Tests erfolgreich sind, solltest du den Zugang für die eigentliche Spielergruppe öffnen.
Fazit
Ein Non-Premium-Server sollte nie nur mit online-mode=false betrieben werden. Bereite AuthMe vor dem Wechsel vor, beschränke den Zugang mit einer Whitelist, vergib Rechte sparsam und teste ausdrücklich, dass ein fremder Name vor der Anmeldung nichts ausrichten kann.
Tritt ein Fehler auf, stoppe den Server und kehre vorübergehend zu online-mode=true zurück. Das ist sicherer, als einen teilweise geschützten Offline-Mode-Server erreichbar zu lassen.


